Wo steht die kindermedizinische Versorgung in der Region?
Passauer Stadträte im Austausch mit der Kinderklinik Dritter Orden Passau
Passau. Nachdem der letzte Austausch schon einige Jahre zurück liegt, war es sowohl der Leitungsriege der Kinderklinik Dritter Orden Passau als auch den kommunalpolitischen Vertretern ein großes Anliegen, sich einmal mehr verbindlich zum aktuellen medizinischen Versorgungsstatus der Kinder und Jugendlichen in der Region auszutauschen. „Es hat sich in den letzten Jahren einiges getan bei uns. Es ist kein Geheimnis, dass die deutschen Krankenhäuser und insbesondere Kinderkliniken vor großen Herausforderungen stehen – daher liegt uns dieser Austausch sehr am Herzen“, begrüßt Kinderklinik-Geschäftsführer Reinhard Schmidt die etwa 15 Mitglieder des Passauer Stadtrates – über alle Parteien hinweg. „Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass es in der aktuellen finanziellen Notlage unseres Gesundheitssystems um die Zukunft der medizinischen Versorgung unserer Kinder und Jugendlichen hier in der Region geht“, steigt Prof. Dr. Matthias Keller, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden in Passau in seinen kurzen Vortrag ein. Dabei geht er zunächst auf Neuerungen der letzten Jahre ein: Fusion mit den Barmherzigen Brüdern im Sinne einer nachhaltigen Klinikführung, heimatnahe Versorgung mit neuen Gestaltungsmöglichkeiten im Verbund, oder auch der Aufbau von diversen Fachbereichen – „wir bilden hier in Passau mittlerweile alles ab, was eine Pädiatrie braucht. Ein umfassendes Versorgungszentrum mit Hilfen aus einer Hand, und einer bedarfsorientierten Unterstützung der Familien“, bilanziert Keller und dankt in diesem Rahmen auch Dr. Holger Otto, dem neuen Werkleiter des Klinikums Passau für die gute Zusammenarbeit.
Mit derzeit rund 520 Mitarbeitenden habe sich die Kinderklinik sehr gut entwickelt und ist gewachsen. „Und was die Kindermedizin angeht, hatten wir trotz der allgemein angespannten Lage weder Pflege- und Ärztemangel hier im Haus. Dabei versorgen wir im Jahr rund 5.000 Patienten im stationären Bereich und haben weiter 20.000 Patientenkontakten im ambulanten Bereich zu verzeichnen – das ist eine echte Hausnummer“, so Keller weiter. Der Aufbau des MedizincampusNiederbayern, des Zentrums für seelische Gesundheit sowie der Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kooperation mit dem Bezirk Niederbayern – es gebe viele Themen, an denen die Kinderklinik mit Nachdruck arbeite. Das Einzugsgebiet habe sich enorm erweitert, weswegen es umso wichtig geworden sei, die Ressourcen effizient einzusetzen, immer mit Blick auf den kindermedizinischen Versorgungsauftrag.
Neben seinem kurzen Vortrag zur kindermedizinischen Versorgungslage in der Region hat der Kinderklinik-Chefarzt auch eine Wunschliste an die Kommunalpolitik vorbereitet. „Wenn ich Sie schon alle im Haus habe, dann wäre es vertan, die aktuellen städtischen Problemlagen nicht anzusprechen: An oberster Stelle die Parkplatzsituation. Hier stehen wir an“, bittet er dringlichst darum, hier kommunalpolitisch auf Lösungssuche zu gehen. Ebenso, wenn es um günstigen Wohnraum für Auszubildende geht. „Gerade für unsere Schülerinnen und Schüler der hauseigenen Berufsfachschule wäre das essentiell, auch mit Blick auf den Ausbau des MedizincampusNiederbayern“, schließt Keller.
Foto (Stefanie Starke): Mitglieder des Passauer Stadtrates zu Besuch in der Kinderklinik Dritter Orden Passau.















